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Auch aus dem sardischen Alltag sind die Medien
nicht mehr wegzudenken: In den engen Gassen des Marina-Viertels
von Cagliari dudelt aus jedem Fenster ein anderer Fernsehkanal,
in den entferntesten Bergdörfern der Barbagia ist der örtliche
Zeitungsladen, die edicola, als Treffpunkt nicht wegzudenken und
die Vielfalt aller möglichen und unmöglichen kleiner Radiosender
lässt allenfalls in abgeschiedenen Regionen den Äther
verstummen. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten sardischen Medien
vor und zeigen Ihnen, wie Sie auf der Insel den medialen Kontakt
in die Heimat halten können.
>> Fernsehen
>> Radio
>> Tageszeitungen
>> Deutschsprachiges
Radio
>> Deutsches
Fernsehen auf Sardinien
Fernsehen
Bereits
eine gewöhnliche Zimmerantenne mit DVB-T- Decoder bietet eine
große Vielfalt an unterschiedlichen Fernsehprogrammen. Neben
den drei Programmen des staatlichen Fernsehens RAI sind inselweit
auch die Mediaset-Programme Italia 1, Canale 5 und Rete 4
zu empfangen, des Weiteren das Vollprogramm La 7 und die
Spartenkanäle MTV, AllMusic und Sportitalia. Das dritte Programm
der RAI verfügt über ein regionales Nachrichtenfenster
Sardinien.
Dazu kommen eine Vielzahl von regionalen und lokalen Sendern. Zu
den wichtigsten gehören die beiden Konkurrenten Videolina
und Sardegna Uno, die dank DVB-T ihr Programm auch in Themenkanälen
senden. Es folgt eine lange Liste kleiner Sender, die oft nur wenige
Stunden am Tag ein eigenes Programm senden und den restlichen Tag
nach amerikanischem Vorbild Teleshopping-Sendungen oder Networkprogramme
ausstrahlen. Echte Programmvielfalt bieten also nur die großen
nationalen Senderketten. Nur die beiden Regionalkanäle Videolina
und Sardegna Uno liefern ernstzunehmende regionale Programminhalte,
die von einer Nachrichten-Dauerschleife bis hin zu Folklore- und
Castingsendungen reichen. Zum größten Teil finanzieren
sich die Privatsender auf Sardinien durch Werbung-gerade aber die
kulturell wertvollen Programme, manche davon sogar in
sardischer Sprache, werden von der Region kofinanziert. Zur
Zeit wird Italien landesweit digitalisiert. Sardinien ist neben
dem Aosta-Tal eine der ersten Regionen Italiens, in denen als erste
das analoge Fernsehen komplett abgeschaltet wurde.
Zum Empfang ist eine handelsübliche DVB-T Set-Top-Box oder
ein Fernseher mit eingebautem DVB-T-Receiver notwendig. Einziger
ausländischer Sender im DVB-T Bouquet: BBC
World ist dank der neuen Technik in allen Ecken der Insel zu
empfangen.
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Radio
Die
Radiowellen auf Sardinien werden von einigen großen und endlos
vielen kleinen Radiosendern verstopft, die allerdings häufig
nur mit geringer Feldstärke senden und nur lokal zu empfangen
sind. Neben den Programmen der RAI sind zahlreiche nationale
Pop-Wellen zu empfangen: Deejay, RDS, RTL 102,5, Radio 105,
Virgin Radio und R101 dudeln die Hits der Saison. Einige große
sardische Sender sind inselweit zu empfangen wie Radiolina
und Radio Sintony aus Cagliari oder Radio Internazionale
aus Olbia. Dazu zahlreiche Lokalwellen: Von RadioSuxSound (sprich:
Supersound) bis Radio Barbagia oder Radio Rama, Radio Bosa, Radio
Villacidro oder Radio Gonnosfanadiga RGF gibt es fast hundert
örtliche Anbieter, die in den Abendstunden und am Wochenende
Endlosschleifen spielen. Fällt da mal der CD-Player aus, kann
die Welle schon einmal ein paar Tage nur ein Rauschen senden. Die
wirtschaftliche Situation wird für die Lokalwellen zunehmend
schwieriger. Im März 2005 wurde nach 20 Jahren Existenz die
Popwelle Radio Manila abgeschaltet.
Nationale und regionale Religionswellen sind auf der ganzen Insel
zu empfangen. Von den Mittelmeernachbarn strahlen zahlreiche fremdsprachige
Programme auf die Insel herüber. Im Norden sind das vor
allem französische Sender aus Korsika, an der Westküste
sind auf Anhöhen Sender aus Mallorca in UKW glasklar zu empfangen.
Im Süden der Insel empfängt man (vor allem auf Mittelwelle)
arabische Popmusik aus Tunesien.
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Die „Giornale di Sardegna wurde am
1. Oktober 2004 inselweit eingeführt. (Foto: Tilo Erning)
Zeitungen
Der
sardische Zeitungsmarkt ist vor allem zweigeteilt: Im Süden
die L'Unione Sarda aus der Inselhauptstadt Cagliari, im Norden
die La Nuova Sardegna aus Sassari. Die lokale Medienmacht
L'Unione Sarda ist mit etwa 65.000 verkauften Exemplaren und durchschnittlich
324.000 Lesern nicht nur die meistverkaufte Zeitung der Insel, sondern
zu dem Verlag gehören auch die beiden größten Fernseh-
und Radiosender der Insel: Videolina und Radiolina. Das konservative
Blatt war die erste italienische Tageszeitung, die im World Wide
Web vertreten war und ist über seine Homepage bis Juli 1994
recherchierbar.
Aus dem Norden hingegen kommt die Nummer zwei der Insel: die "La
Nuova" geht täglich etwa 60.000 mal über die Ladentische.
Das Blatt, heute zu der linken Zeitungsgruppe L'Espresso gehörend,
wurde 1891 von einigen jungen revolutionären Republikanern
aus Sassari gegründet.
Beide Blätter erscheinen täglich und berichten umfassend
aus allen größeren Gemeinden der Insel. Viele Lokalredakteure
arbeiten für wenig Geld oder gar ehrenamtlich für die
Zeitungen - was sich zuweilen auch auf die Professionalität
der Berichterstattung auswirken muss.
Seit dem 1. Oktober 2004 gibt es eine neue Zeitung auf dem Markt:
Il Giornale di Sardegna. Das neue Blatt, das zum Start kräftig
die Werbetrommel gerührt hatte, gehört dem ehemaligen
Verleger der „Unione Sarda“ Nicola Grauso. Die Tageszeitung heißt
inzwischen "Il Sardegna" und erscheint
auch mit einer Regionalausgabe "Il Nord Sardegna".
Die 64-seitige Tageszeitung erscheint im handlichen halben Format,
dem sogenannten Tabloid. Die Hälfte der Seiten berichtet über
nationale Ereignisse, die andere bietet aktuelle Nachrichten von
der Insel. Ein großer Teil der Auflage von "Il Sardegna"
wird kostenlos verteilt: Allein 20.000 Exemplare werden jeden Tag
in Bars, Supermärkten und Tankstellen in der Inselhauptstadt
Cagliari verteilt. Il Sardegna erscheint auch komplett und kostenlos
als PDF im Internet
und wird auf Wunsch auch täglich per email zugesandt.
Daneben existieren noch einige Lokalblätter, die unregelmäßig
oder nur wenige Male im Monat erscheinen, wie zum Beispiel Il Provinciale
aus San Gavino oder L'Obiettivo aus Quartu Sant'Elena. Hinzu kommen
noch einige Online-Zeitungen wie Sardinews,
Alguer.it oder SardegnaOggi.
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Deutsches
Fernsehen auf Sardinien Die
Satellitentechnik machts möglich: Auch auf Sardinien sind über
den Satelliten Astra TV- und Radioprogramme aus Deutschland, Österreich
und der Schweiz einwandfrei zu empfangen. Eine Empfangsschüssel
mit mindestens 80, besser aber 95 cm Durchmesser und ein Sat-Receiver
ist ausreichend. Lediglich auf den Einfallswinkel des Sat-Signals
(Elevationswinkel) ist zu achten, dann steht dem Radio- und TV-Empfang
aus der Heimat nichts mehr im Wege.
Auch viele Hotels und Ferienwohnungen auf Sardinien bieten Ihren
Gästen Satellitenempfang, Unterkünfte höherer Kategorien
sogar mit Pay-TV. Allerdings sind diese Empfangsanlagen meist auf
den Satelliten Eutelsat Hotbird ausgerichtet, der vor allem italienische,
französische und arabische Kanäle überträgt.
Lediglich ARD, ZDF und arte sind darüber zu empfangen. Wenn
die Herberge Pay-TV des italienischen Bezahlfernsehens Sky anbietet,
kann man die Sender ARD auf Kanal 545, ZDF auf 546 sowie arte auf
Kanal 544 kostenlos und in dgitaler Qualität sehen.
Text: Timo Gerd Lutz, Andrea Behrmann, Fotos:
Timo Gerd Lutz
letzte Änderung: 17. Dezember
2009
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