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"Bei mir darf jeder gerne zusehen. Ich habe keine Angst, dass
sich jemand etwas abguckt." Graziano Ungredda führt Besucher ganz
selbstverständlich in seine Werkstatt. Sie ist genau so sehenswert
wie seine Messer. Denn viele Maschinen baut der Kunsthandwerker
selbst. Zum Polieren benutzt er etwa eine Schuhputzmaschine, die
Bürsten sind aus Jeansstoff und größer als üblich. Das Schleifgerät
besteht aus Trommelbremsen. Hauptberuflich ist der 42-Jährige Feuerwehrmann.
Seine Leidenschaft für das Messerschmieden wurde bei ihm schon als
Kind geweckt. Ein Freund vom Vater machte die "coltelli dorgalesi."
Die Klappmesser aus Dorgali haben eine breitere Klinge als die "Pattada",
das bekannteste sardische Schneidegerät, erklärt der Experte.
Das Material ist das gleiche. Der Griff besteht aus Mufflon- oder
Schafbockhorn, die Klinge aus rostfreiem Stahl.

Graziano Ungredda härtet die Stahlklinge im Feuer
Video
Clip Coltello
dorgalese
Ungredda widmet sich seit 16 Jahren dem Handwerk. "Am Anfang war
es nur ein Hobby. Seit zehn Jahren betreibe ich die Herstellung
von Messern ernsthaft", schmunzelt der Künstler. Seitdem gebe er
seinen Produkten durch Gravierarbeiten eine persönliche Note. Die
Ideen holt er sich aus Fachzeitschriften. Ein fertiges Messer bleibe
schon mal wochenlang liegen, bis er das dazu passende Motiv finde,
erklärt Ungredda und zeigt auf eins, dessen Griff mit einem Adlerkopf
endet. Auf die Klinge hat er ebenfalls den Vogel geritzt. Die Kunden
dürfen sich auch bestimmte Gravierungen wünschen. "Einer Pizzeria
habe ich ihr Wappen auf die Klinge gesetzt", führt der 42-Jährige
ein Beispiel an.
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