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Der Küstenabschnitt zwischen Capo
dell'Argentiera und Torre Poglina im Nordwesten Sardiniens gehört
mit zu den schönsten Landschaften der Nurra. Würde man
den Sarden hier ihre feinen weißen Sandstrände und die
katalanische Mundart nehmen, dann bliebe Ihnen immer noch ihre Edelkoralle
als Markenzeichen. Dieser Küstenabschnitt wird wegen seines
reichen Korallenvorkommens nämlich auch "Riviera del Corallo"
genannt. Neben Sardinien wird die Mittelmeerkoralle nur noch auf
Korsika und Tunesien geerntet.
Besorgt über den Zustand der empfindlichen Korallenriffe vor
den Küsten Sardiniens, hatte die Region Sardinien für
die Saison 2007 einen Erntestopp vorgesehen. Schon in den Jahren
davor waren die Erntebedingungen verschärft worden. Demnach
durften insgesamt nur noch dreißig Korallenfischer maximal
zwei Kilo Korallen pro Tag fischen.

Korallen, die zu Schmuck verarbeitet werden, gehören in der Regel
nicht zu den geschützten Arten. Unter Artenschutz stehen Korallen,
die sich nicht zur Herstellung von Schmuckstücken eignen, da
sie farblich unscheinbar und sehr dünn sind 2008
entschied sich das Kabinett am 26. Mai gegen eine Unterschutzstellung
der roten Korallen. Grund sei der augenblicklich wieder gute Zustand
der Korallenbestände. Um diesen nicht wieder zu beeinträchtigen
wird die Ernte allerdings stark reglementiert: Es darf nur vom 1.
Juni bis zum 15. Oktober gefischt werden und nur in mindestens 80
Metern Tiefe.
Die rote Edelkoralle heißt Sardegna-Koralle und lebt in Meerestiefen
von 2 bis 280 Metern. Im flacheren Wasser ausschließlich in
Höhlen und unter Überhängen. Die unregelmäßig
verzweigten Äste können bis zu einem halben Meter hoch
und bis 15 mm dick werden. Während sich fast alle anderen Korallenarten
nicht zur Schmuckverarbeitung eignen, da sie zu brüchig sind
oder Löcher aufweisen, hat die im Mittelmeer vorkommende Edelkoralle
einen besonders schön gefärbten harten Kalk, der sich
gut zu Schmuck verarbeiten lässt.
Wie in Italien gehört die rote Edelkoralle seit alters her
auch auf Sardinien zur magischen Ausstattung eines jeden Haushaltes:
Schmuckstücke oder Talismane in Form eines Zweiges sollen vor
Unglück, Krankheit und dem bösen Blick schützen.
Wer sich vom roten Zauber faszinieren lassen möchte, findet
in der Korallenstadt
Alghero ein großes Angebot an fantasievollen und kunstvoll
verarbeiteten Schmuckstücken und Gegenständen in Rot-,
Orange- oder Zartrosatönen. Schon seit Jahren verarbeiten die
Kunsthandwerker hier die vor der Küste gefischten Korallen
zu elegantem Schmuck.
Unser Tipp:
Behandeln Sie Ihre Korallen gut! Sie sind wie Perlen, sie müssen
getragen werden, damit ihre Schönheit erhalten bleibt. Zudem
sind sie sehr sensibel und reagieren allergisch auf Sonneneinstrahlung,
Kosmetika und Parfums.
Text: Andrea Behrmann, Fotos: MMV Consulting
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