Immer wieder Sardinien?
Was gibt es Besonderes zu sehen. Wir zeigen Ihnen zum Beispiel:
>> Arbatax
und seine roten Felsen
>> Arba at Ashar
>> Die Lagune von Tortolí
>> Jerzu, Gairo, Serbissi, Su Marmuri
>> Torre Spagnola von Barisardo
>> Baunei, Il Golgo, Perda Longa
>> Santa Maria Navarrese
>> Die schönsten Badeziele
>> Per Boot im Golf
von Orosei
>> Der Strand von Cea
>> Wanderung
zur Cala Goloritzé
>> Wanderung
zur Cala Sisine
>> Wanderung
Gorroppu-Schlucht
>> Freeclimbing
in Jerzu
>> Gleitschirmfliegen in Baunei

Die kleine Ogliastra-Insel im Heck

Mit der Motoryacht auf Entdeckungstour


Zum Fischen im Naturpark braucht man
eine Genehmigung

Gefährlich nahe steuert Sergio seine Motoryacht an die Steilküste
Spiaggia
- Strand
Sabbia -Sand
Costa ripida - Steilküste
Cala - Bucht
Roccia -Fels
Scoglio - Klippe
Valle -Tal
Porto - Hafen
mini crocierca - Bootsausflug, Mini-Kreuzfahrt
barca - Boot
nave - Schiff
grotta - Grotte

Senkrecht fällt das Supramonte-Gebirge
am Capo Monte Santo ins Meer

An der Küste reiht sich ein kleiner Traumstrand an den anderen
'

Die Grotta San Pasquale

Kleine Fjorde schneiden sich in die steilen Kalkfelsen ein und bilden
schöne kleine Buchten

Die Küstenlinie bei Cala Goloritzé
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Es ist noch kühl am Morgen um halb neun im Hafen von Arbatax,
als Sergio mit seiner Helios V zu seinem täglichen Bootstrip
in Richtung Golfo di Orosei aufbricht. Mitte Mai versammeln sich
nur ein paar verschlafene Urlauber um die fast dreißig Jahre
alte Motoryacht, mit der Kapitän Sergio Vacca seit mehr als
zehn Jahren Ausflüge anbietet. „Fiat Motor, 27 jahre alt, aber
generalüberholt” erzählt er voller Stolz. Der gut in Schuss
gehaltene, 16 Meter lange Kahn habe ihn noch nie im Stich gelassen.

Die Ogliastra-Küste und die
breite Felsnadel Perda Longa
Ein paar Deutsche, zwei Amerikaner, zwei Paare aus Frankreich und
ein Exilsarde sind heute mit an Bord. Sergio kann nur ein paar Brocken
Französisch und ein paar Wortfetzen Deutsch, aber irgendwie
versteht ihn jeder. „Wenn wir Glück haben, sehen wir heute
ein paar Delphine. Erst gestern hat uns ein Schwarm Tümmler
bis vor die Isola d’Ogliastra begleitet“, versucht Sergio die Aufmerksamkeit
seiner noch immer verschlafenen Gäste auf sich zu lenken. Spiegelglatt
ist die See vor Arbatax heute, als Sergio und sein Matrose endlich
die Leinen loslegen und im Schrittempo aus dem Hafen des ehemaligen
Fischerdorfs ausfahren. Doch der Blick auf die blauen Meeressäuger
bleibt uns heute verwehrt: Kein Delfin weit und breit. Dafür
steuert Sergio schnurstracks auf die Isola dell'Ogliastra
zu. Die kleine Felsinsel aus rotem Prophyrgestein war vor hundert
Jahren einer der wenigen sicheren Ankerplätze an der Ogliastra-Küste,
bis 1903 der Hafen von Arbatax gebaut wurde. Heute sorgen auch die
Yachthäfen
von Santa Maria Navarrese und Cala
Gonone für sicheren Halt und das Inselchen wurde sich selbst
überlassen.

Die kleine Isola dell'Ogliastra ist
ein Paradies für Seeschwalben, Möwen und Kormorane
Nur ein altes Fischerhaus, ein Landungssteg und ein Altar sind heute
noch übrig. Den Rest hat sich die Natur zurückgeholt:
Unzählige Möwen, Kormorane, Reiher und Seeschwalben bevölkern
die kleine Felsinsel, die rot leuchtend im frühen Sonnenlicht
strahlt.
Es geht weiter in Richtung Norden, vorbei an ein paar einsamen Fischerbooten.
"Wer im Naturschutzgebiet zwischen Santa Maria Navarrese und
Cala Gonone Fischen will, braucht eine Sondergenehmigung",
weiß Sergio. Er kennt fast jeden, der zwischen Tortolí
und Orosei unterwegs
ist. Schließlich ist der in Arbatax geborene Sarde seit mehr
als zehn Jahren mit Touristen zwischen der Ogliastra und Cala Gonone
unterwegs. „Das ist Bruno, il Maniaco“, meint Sergio und grüßt
einen einsamen Fischer in seiner kleinen blauen Schaluppe, der ganz
allein und gemächlich ein paar Fische aus seinem Netz angelt,
„Der ist bei jedem Wind und Wetter unterwegs und wirft seine Netze
aus“.
Sardinien,
Ogliastra: Die schönsten Strände und Badeziele
auf einer größeren Karte anzeigen
Vor uns liegt die fast achtzig Meter hohe Felsnadel Perda
Longa und das gewaltige Capo di Monte Santo,
wo die wuchtigen Berge des Supramonte ganz plötzlich im Meer
zu versinken scheinen. Das senkrecht ins Meer abfallende Felskap
aus rötlich-weißem Kalkstein markiert das Ende der Ogliastraküste.
„Das ist der Punkt Sardiniens, der am nächsten an Italien liegt“,
erzählt unser Kapitän stolz. Das stimmt zwar nicht ganz,
denn Nordsardinien liegt glatt 50 Kilometer näher an der Apenninenhalbinsel,
aber die Gäste sind beeindruckt von dem Seemannsgarn des braungebrannten
Sarden.
Biegt man um die windumtoste Felswand, an der Möwen und Falken
nisten und sich ein paar Ginsterbüsche in den steilen Felsen
krallen, öffnet sich ein neuer Ausblick: Der etwa vierzig Kilometer
lange Golf von Orosei liegt vor uns, ein grün leuchtender Küstenstreifen,
nur von ein paar weißen Tupfern unterbrochen, die sich später
als die vielleicht schönsten und beeindruckendsten Strände
Sardiniens entpuppen.

Steile Kalksteinwände mit kleinen
Einschnitten, Buchten und Fjorden im Golf von Orosei
Entlang der steilen Felswände geht es hinein in ein winzige
Buchten und kleine Fjorde, und zu jeder Ecke hat Sergio ein paar
Anekdoten parat. Eine davon heißt Ziegenbucht, weil hier die
wilden Ziegen und Mufflons aus dem Supramonte gerne absteigen, um
Meersalz von den Steinen zu lecken, erzählt uns Sergio. In
ein einige der kleinen Fjorde fahren wir jetzt schon ein, in ein
paar andere erst auf dem Rückweg, wenn die Sonne höher
steht und die Buchten nicht im Schatten liegen.

Die Bucht von
Cala Goloritzé: Für viele der schönste Strand von
Sardinien
Auf die Buchten folgen Grotten, in denen sich fast auf Meereshöhe
Tropfsteine gebildet haben. Sergio steuert seine Holzyacht selbstsicher
ganz nah an die Felswand. In der Grotta San Pasquale sollen wir
in einem Stalagmiten die Umrisse eines Heiligen erkennen – und das
Boot nähert sich der Felswand gefährlich nahe. Da ist
nicht allen ganz wohl dabei. Doch Sergio hat seine Helios im Griff.
Um uns die Grotta della Contessa zu zeigen, fordert
uns Sergios Matrose ganz unvermittelt auf, in ein kleines Beiboot
zu steigen, denn die Helois V sei dazu zu groß. Und tatsächlich:
Um in die beiden Tropfsteinhallen zu gelangen, muss man schon die
Köpfe einziehen, weil der Eingang gerade mal einen Meter über
dem Meeresspiegel liegt. Unser Mut wird belohnt: Die versteckten
Kalksteinhöhlen sind wirklich beeindruckend!
Das Beiboot leistet ein paar hundert Meter weiter schon wieder treue
Dienste: Sergio verspricht uns einen ausgiebigen Badestopp in der
großartigen Bucht von Cala Goloritzé,
wo man eigentlich nicht anlegen darf und wo man auch sonst nur
nach eineinhalbstündiger Wanderung hinkommt. Die traumhaft
schöne Badebucht, eingerahmt von einem spektakulären Felsbogen
und der Steilküste, bewacht von der wuchtigen, spitzen Felsnadel
Punta Caroddi und umspült von glasklarem, türkisgrün
schimmerndem Wasser, gilt für manche als der schönste
Strand Sardiniens. Einfach traumhaft!
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