Sagra dello Zafferano in Villanovafranca
Das rote Gold der Sarden
Immer Anfang November steht Villanovafranca  ganz im Zeichen des kostbaren, roten Goldes. Dorfbewohner und Gäste treffen sich dann am Vormittag auf dem zentralen Dorfplatz, wo es vieles über die gelbe Würze zu erfahren und es die eine oder andere Spezialität mit oder ohne Safran zu erstehen gibt. 
 
Neben dem teuren Gewürz verkaufen die Safranbauern auch noch selbst hergestellten Myrthenlikör, in Olivenöl eingelegtes Gemüse, wie Kardendisteln, Artischocken und Chilischoten sowie selbstgebackene Süßwaren, die alle mit dem gelben Färbemittel aromatisiert sind. 
 
Um die Mittagszeit haben die freiwilligen Helfer der knapp 1500-Seelen-Gemeinde in der Marmilla Region dann wieder alle Hände voll zu tun: Sie werden die "al dente" gekochten Malloreddus-Nudeln abgießen, in eine breite Terrakotta-Schüssel geben und mit einer duftenden Tomaten-Safran-Soße vermengen. Hinter ihnen werden zwei Männer das mit Zwiebeln und Kartoffeln gekochte Lammfleisch aus einem breiten Topf schöpften. Schließlich werden die duftenden Köstlichkeiten auf unzähligen Tellern angerichtet. Die Besucher und Gäste in der langen Schlange werden sich freuen, denn dann geht es einen Schritt weiter gen köstlich würziges Mittagessen.
 
Doch auch Archäologisches steht beim Safran-Fest ganz oben an. Das Städtchen in der hügeligen Marmilla lockt nämlich mit einem interessanten archäologischen Museum und einem außergewöhnlichem Nuraghen-Komplex.
 
Der Nuraghe Su Mulinu trohnt auf einem Hügel über dem Rio-Mannu-Tal nur wenige Meter außerhalb des Ortes. In der Festung finden sich die Formen zweier Deckengestaltungen: Die des Protonuraghen (eine Vorform der klassischen Kuppelnuraghen, auch Korridornuraghe genannt) und die des Kuppelnuraghen (Nuraghe mit Gewölbdecke, auch Tholosnuraghe genannt).
 
Doch das eigentliche Highlight des Su-Mulinu-Nuraghen ist der in der Anlage gefundene einzigartige, fein gearbeitete Altar aus der späten Bronzezeit. Archäologen zogen daraus den Schluss, dass dieser Nuraghe nicht nur als Burg und Grabbau, sondern auch als Kultstätte Verwendung fand.
 
Die Nuraghenfestung, die im Laufe der Jahre mehrmals erweitert und umgebaut wurde, kann übrigens nur mit Führung besichtigt werden. Die im Nuraghen gefundenen Gegenstände sind alle im Museum in Villanovafranca ausgestellt.
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Andrea Behrmann
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