Cavalcata Sarda
Große Reiter- und Trachtenschau mit anschließendem Volkstanzfest in Sassari
Am vorletzten Sonntag im Mai lädt die Stadt Sassari alljährlich zu einer großen Reiter- und Trachtenschau ein, bei der eine Vielfalt historischer Trachten aus den verschiedenen Regionen Nord-, Ost-, West- und Süd-Sardiniens zu sehen sind. Einlagen von Kunst-Reitern und Volkstanzgruppen lockern das Programm am Nachmittag und frühen Abend auf. Ein besonderes Spektakel, das sich echte Trachten-Fans auf keinen Fall entgehen lassen sollten
 
Es ist beeindruckend, was den Besuchern bei der große Trachtenschau mit Reiterparade, Musik und Tanz geboten wird: Mehr als 60 Gemeinden Sardiniens präsentieren in einem knapp vierstündigen Umzug mit mehreren Tanzeinlagen ihre farbenprächtigen und kostbaren Trachten, die schon seit Jahrhunderten einen festen Platz im sardischen Lebens- und Jahresbrauchtum haben. 

In der Vergangenheit hatte jedes Dorf zu verschiedenen Anlässen seine eigene, unverwechselbare Tracht: Neben den einfachen und zweckmäßigen Gewändern für alle Tage gibt es auf dem Cavalcata Sarda-Fest deshalb auch die aufwändige Festtagskleidung, die hauptsächlich zur Hochzeit, Taufe oder Firmung getragen wurde, zu sehen. Begleitet wird der Umzug dabei nicht nur von Akkordeon- und Launeddas-Spieler, sondern auch von närrischen Jecken, die mit zotteligen Tierfellen, schweren Kuhglocken und grotesken Masken tobend durch die Straßen ziehen und von zahlreichen Reitern aus rund 20 Gemeinden der Insel mit aufwendig geschmückten Anglo-Arabern aus sardischer Zucht.
 
Den Höhepunkt der traditionellen Pferdeparade stellen jedoch die Pariglie am Nachmittag auf der Pferderennbahn vor den Toren der Stadt dar. Jedes Jahr messen sich hier zur Cavalcata Sarda mehrere Reitergruppen aus verschiedenen Dörfern in Gruppen- oder Einzelfiguren auf den galoppierenden Pferden. Jeder Kunststück-Reiter versucht seine besonderen Fertigkeiten im Umgang mit den Pferden sowie im turnerischen Bereich zu zeigen. 

Bei Volkstanz, sardischer Musik und guter Unterhaltung klingt das Reiter- und Trachtenfest am Abend dann auf der zentralen Piazza d’Italia nach einem erlebnisreichen Tag aus. 
 
Der Ursprung der Cavalcata Sarda 
Einen konkreten Hinweis auf den Ursprung der Cavalcata Sarda gibt der sardische Schriftsteller Enrico Costa in seiner Enzyklopädie zur Geschichte Sassaris (Storia di Sassari).
 
Ihm zufolge gehen die Anfänge des Reiterspektakels auf Philipp V. von Anjou zurück, der von 1700 bis 1746 König von Spanien und bis 1713 auch König von Sardinien war. 1711, gegen Ende der spanischen Herrschaft auf Sardinien, soll der Gemeinderat der Stadt Sassari befohlen haben, dem König zu Ehren ein farbenfrohes Reiterfest zu veranstalten. 
 
Doch das für die Sarden wohl bedeutendste und berühmteste Cavalcata-Sarda-Fest wurde 1899 zu Ehren Umberto I. begangen. Der älteste Sohn von Viktor Emanuel II. und dessen Frau Adelheid von Österreich war schon seit 21 Jahren König von Italien und Herzog von Savoyen, als die Stadt Sassari ihm und seiner Gemahlin zu Ehren, während eines Sardinienbesuches, ein glanzvolles, nie dagewesenes Fest mit einem prächtigen Reiter- und Trachtenumzug ausrichtete. 

Obwohl das damalige Fest schon mehr als ein Jahrhundert zurück liegt, bewahrt das Reiterspektakel im Nordwesten von Sardinien immer noch den Zauber dieser vergangenen Zeit.
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Andrea Behrmann
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