Punta Foghe
Einsame Landspitze an der Mar di Sardegna und Riu Mannu sich vereinen
Alles an der einsamen Punta Foghe dreht sich um Licht, Luft und Landschaft. Ein Stück Wildnis in Sardinien, wo selbst Kameralaien außergewöhnliche Bilder gelingen. 
 
Das vorspringende Felskap ähnelt in gewisser Hinsicht einem Canyon. Beharrlich hat sich der große Riu Mannu hier von jeher in das Plateau hineingegraben. In den dadurch entstandenen grünen Einschneidungen kann man stundenlang auf Entdeckungstour gehen.
 
Am Ende des Riffs thront ein verwitterter Aragonierturm, ein Souvenir aus der Zeit der spanischen Besatzung. Von hier aus hat man den besten Fernblick auf die großartige Felsküste des Marghine Planargia. Das wird auch der Grund gewesen sein, weshalb es die Aragonier an dieses einsame Fleckchen verschlagen hat: Bei guter Sicht konnte man vom Turm aus fast 30 Kilometer weit gucken und Sichtkontakt zur Torre di Capo D'Ischia und Torre di Capo Nieddu halten. 

Vom Wehrturm führen zwei schmale Pfade durch das duftende Macchia-Gebüsch hinab in die Mündungsbucht, wo Mar di Sardegna und Riu Mannu sich vereinigen. Hier liegen ein kleiner, einsamer, kieseliger Strand sowie ein paar natürliche Höhlen und Felsvorsprünge.
 
Das azurblaue Meer glitzert munter im hellen Sonnenlicht und verschwimmt westwärts im Horizont. Die unendliche Ruhe wird nur durch das rhythmische Plätschern der Wellen unterbrochen. Viele Taucher kommen hierher, denn die Einsamkeit, die exzellenten Sichtverhältnisse unter Wasser, die unberührte Natur und ein ansehnlicher Fischreichtum machen die Bucht zum echten Tauch- und Schnorchel-Paradies.

Zwischen 1799 und 1814 hatte der große Riu Mannu auch das italienische Königshaus Savoyen in die Einöde gelockt. Die Antriebskraft des Flusswasser sollte die Mühlsteine einer Papierfabrik im grünen Tal der Riu Mannu und Riu Marafè drehen. 1809 erhielt der junge Marquis Vittorio Pilo Boyl den Auftrag die Fabbrica de su Paberi zu errichten. Doch schon bei der ersten Papierprüfung wurde klar, dass die zu Probezwecken hergestellten Bögen zu dunkel waren und nicht den Kundenwünschen bzw. Marktanforderungen entsprachen. Das Projekt wurde abgebrochen und das Königshaus verließ das Gebiet. Geblieben sind die Überreste der alten Papiermacherei, die eigentlich fast doppelt so groß werden sollte.

Anfahrt von Sennariolo ca. 20 Minuten: Um zur Ruine der alten Papierfabrik und zur Punta Foghe zu gelangen, folgt man zunächst der Ausschilderung zum Restaurant Rosa die Venti und der Feldkirche Santa Vittoria, danach dem Hinweisschild zur Wallfahrtskirche San Marco. Beide Kirchen lässt man links liegen und fährt auf der schmalen Stichstraße geradeaus bis zur Torre Foghe. Die Landspitze und die Fabbrica de su Paberi sind auch von Tresnuraghes über eine schmale Stichstraße die zur Wallfahrtskirche San Marco führt, zu erreichen. 
In der Nähe der Torre Foghe liegt ein Ultraleicht-Flugplatz.
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