Nuraghe San Pietro
Uralter Turmbau und römische Kornkammer
Der Nuraghe von San Pietro am Rande der Flussauen des Rio Posada ist der wohl wichtigste Nuraghenfund an der Nordostküste Sardiniens, denn in der Region südlich von Olbia gibt es nur wenige noch erhaltene Ausgrabungen aus der Zeit des mysteriösen Nuraghenvolks.

Die Urzeitfestung besteht aus einem Hauptturm aus der Zeit vor dem zweiten Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung und vier Nebentürmen, die erst später dazu gebaut wurden. Den Epochenunterschied kann man sehr gut erkennen: Der Hauptturm besteht aus grob gehauenem Trachyt, die Nebentürme und Verbindungsgänge hingegen aus flachem Schiefergestein. Der Hauptturm mit seinem beeindruckenden Portal kann man auch heute noch betreten und eine Treppe führt hinauf auf den oberen Stock, von dem allerdings nur eine Grundmauer erhalten ist. Einer der Nebentürme wurde  als Versammlungshalle und Brunnen genutzt. Die meisten Fundstücke fand man jedoch im Südwestturms des Nuraghenkomplexes: Er wurde bis in die römische Kaiserzeit vermutlich als Kornkammer genutzt, denn man hat dort mehrere Sorten Getreide und Bohnen sowie Reste von Körben, Holzkisten und Keramikscherben entdeckt.
 
Unweit des Nuraghen wurden außerdem mehrere bronzezeitliche Häuser und Werkstätten freigelegt, die ebenfalls bis zur Römerzeit genutzt wurden. Der größte Teil des Nuraghen-Dorfs liegt jedoch weiterhin verborgen: Die Macchia-Bäume und Kräuterbüsche der Flussaue könnten also noch so manches bronzezeitliche Geheimnis verbergen.
 
Das weite Tal des Rio Posada ist schon seit Urzeiten fruchtbar, aber gefürchtet: Wie die Fundstücke im Nuraghen beweisen, wurde hier spätestens seit unserer Zeitrechnung Getreide angebaut. Die Tatsache dass der Nuraghe aber unter einer Schicht Flusssteine und Sand verborgen war, deutet darauf hin, dass der etwa 50 Kilometer lange Fluss Rio Posada bereits seit Jahrhunderten gelegentlich über die Ufer treten kann und enorme Schäden anrichtet. Deshalb wurde in den 1960-er Jahren flussaufwärts der Staudamm Diga di Maccheronis errichtet. Der dortige Stausee Lago di Posada versorgt die Wiesen, Felder, Dörfer und Feriensiedlung rund um Budoni und Posada mit Trinkwasser.
 
Anfahrt: Der Nuraghe San Pietro ist ab den Hauptstraßen SS 125 und SS 131 ausgeschildert.
Von der SS 125 nördlich von Posada Richtung Nuraghe San Pietro/Agriturismo Guparza abbiegen. Der Nuraghe liegt nach etwa 2,5 km auf der rechten Straßenseite.
Ab der Schnellstraße SS 131 nehmen Sie die Ausfahrt Posada/Torpè/Lodè, dann weiter Richtung Torpè. Im Dorf der Ausschilderung nach rechts Richtung Nuraghe San Pietro folgen, am Friedhof (cimitero) vorbei und durch eine überbrückte Furt bis auf die gegenüberliegende Talseite, dann links abbiegen.
 
Öffnungszeiten: Der Nuraghe kann ab Ostern bis Anfang Oktober besichtigt werden, danach nur nach Voranmeldung. Dienstag bis Sonntag von 9.30-13 und 15-18.30, freitags nur bis 18 Uhr. Montags geschlossen. Associazione Culturale Sardus Pater - Tel.: +39 333 3982713 und +39 338 2134357 - bei Facebook.
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Timo Lutz
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