Villaggio Minerario di Ingurtosu e Gennamari
Industrie-Archäologie erobert die Westküste
Die Geschichte eines der größten Minendörfer Sardiniens, der Miniera di Ingurtosu e Gennamari, beginnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Arbeiter und Hilfskräfte, nach genauer Anweisung eines Lord Brassey den Ort Ingurtosu aus dem Boden stampfen und in großem Stil Zink, Blei und Silber abbauen.

An den Berghängen bei Arbus, nur wenige Kilometer entfernt von meterhohen Sanddünen und dem blaugrünen Meer lässt der Engländer Brassey später auch Häuser, Geschäfte, Büros, eine Poststelle, eine Schule, ein Krankenhaus mit richtigem OP-Saal und für sich, die Villa Idina errichten. Mitten im Nichts entstand ein Ort in dem später bis zu 1200 Seelen lebten und arbeiteten. Dafür haben die Bergleute ihrem Lord am Eingang der Grubenstadt dann auch eine hohe Stele aus Stein gehauen. 
 
Gleich gegenüber thront auf einem Sockel die kleinen Chiesa di Santa Barbara - die Kirche der Grubenarbeiter von Ingurtosu e Gennamari. Die kleine, schmucke Kirche aus Granit stammt aus dem Jahr 1915 und wurde erst vor einigen Jahren renoviert. 

Als die Mineralien nach und nach versiegten und die Arbeit unter Tage Ende der 1960er Jahren eingestellt wurde, machten sich die Grubenarbeiter ernsthaft Sorgen um die Zukunft und verließen den Ort - die Miniera und das Villaggio wurden geplündert und verkamen.
 
Heute, nach mehr als 40 Jahren sieht es im historischen Bergwerk wieder beeindruckend aus: Schmucke Natursteine, getünchte Wände, abgedeckte Schlackehalden. Nach der Restaurierung in den letzten Jahren kann die Grubenstadt in einer Führung erschlossen werden.
 
Mehr Informationen: www.arbus.it/ingurtosu.
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