Necropoli di Montessu
Mehr als 5000 Jahre alte Totenstadt bei Villaperuccio 
Vor mehr als 40 Jahren fanden Archäologen nordwestlich von Santadi die größte, bisher bekannte jungsteinzeitliche Totenstadt Südsardiniens.
 
Eingebettet in das Grün der Macchia breitet sich die Nekropole von Montessu auf ca. zwei Qaudratkilometern an den Hängen des gleichnamigen Hochplateaus bei Villaperuccio aus: In 230 Metern ü. d. M. wurden hier mindestens 40 Domus de Janas verschiedenster Bauart in das Trachytgestein gehauen.
 
Die Grabhöhlen, die in einem malerischen, natürlichen Talkessel liegen, werden der Ozieri-Kultur zugeordnet, die um 32. bis 28. Jh. v. Chr. auf Sardinien lebte. Doch Grabbeigaben, Ausrichtung und Lage der Begräbnisstätten lassen darauf schließen, dass die Nekropole bis in die späte Bronzezeit genutzt wurde. Unter den Toten müssen also auch Angehörige späterer Kulturen, der sogenannten Monte Claro-, Glockenbecher- und Bonnanaro-Kultur, gewesen sein.
 
Spektakulär sind die mit Motiven verzierten Wände der Felskammergräber: Stierhörner, konzentrische Kreise und Spiralen. Doch auch Reste von Scheintüren, die sich nicht öffnen ließen und durch die die Seele des Verstorbenen ihren Weg ins Jenseits antreten sollte. Manche Gebeine wurden in Fötusstellung in sogenannten Backofengräbern, andere in Schacht- oder Korridorgräbern bestattet. Zu den größten und beeindruckendsten Ruhestätten zählen die heiligen Gräber Sa Cresiedda und Sa Grutta de Is Procus, um die herum auch Reste kultischer Steine stehen. 
 
Heute liegt die Totenstadt in einer weitläufigen Parkanlage: Dem 50 ha großen Parco Archeologico, auf dessen Gelände zusätzlich ein Galeriegrab und die Nuraghen von S'Angioni und Sa Corona Sa Figu zu einem entspannten und interessanten Ausflug in die Geschichte einladen.
2
SUCHEN
Mehr Informationen: Coop Mediterranea - Via Napoli - Carbonia - Tel.: +39 0781 64040 - info@montessu.it - www.mediterraneacoop.it.
 
Öffnungszeiten: Täglich von 9.00 bis 17.30 Uhr. Da der Besuch der Anlage in etwa 1,5 bis 2 Stunden dauert, ist 15.30 Uhr letzter Einlass.
 
Andrea Behrmann
Pula: Quirliges Städtchen an der Costa del Sud
Museo Patroni
Im archäologischen Museum sind Fundstücke aus der Umgebung, doch vor allem aus Nora ausgestellt 
Capo Spartivento: Der 1866 gebaute Leuchtturm zählt zu den ältesten Leuchtfeuern der Inse
Capo Spartivento
Wildes Kap mit einsamen Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert
Torre die Capo Malfatano: Spanischer Wehrturm an der Südküste von Sardinien
Capo Malfatano
Einsames Kap, an dem überlegen ein alter Sarazenenturm thront
Torre del Coltellazzo: Wehrturm auf einer ehemaligen Akropolis
Torre del Coltellazzo
Erst Wehrturm dann Leuchtturm