Sa die de sa Sardigna
Die kleine sardische Revolution von 1794
Sa die de sa Sardigna jährt sich immer am 28. April und ist seit 1993 auf Sardinien ein kleiner Feiertag, denn Schulen und Universitäten bleiben geschlossen.

Der Sardinien-Tag ("Sa die de sa Sardigna") oder Tag des sardischen Volkes  ("Giornata del popolo sardo") geht auf das Jahr 1794 zurück, als an diesem Tag im Zuge eines Aufstands in Cagliari der damalige Vizekönig Vincenzo Balbiano di Chieri zusammen mit seiner piemontesischen Regentschaft aus der Stadt vertrieben wurde und die Revolutionäre Vespri Sardi kurzfristig die Macht übernahmen.
 
Wenige Tage später wurden die Piemonteser auch aus Sassari und Alghero verjagt und nach Norditalien zurückgeschickt.

Sardinien war bis dato für seine Könige, die piemontesische Adelsfamilie der Savoyer, Mittel zum Zweck: Nach dem spanischen Erbfolgekrieg war das fast 400 Jahre spanisch regierte Sardinien 1720 dem Adelshaus aus Turin zugesprochen worden. Dabei ging es vor allem um hochadliges Prestige: Die Herzoge stiegen dadurch zu Königen auf - ausgerechnet dank der Krone der ungeliebten und geopolitisch unbedeutenden Insel Sardinien. 

Dementsprechend stiefmütterlich behandelten die Könige ihr Territorium im Mittelmeer: Hauptstadt des Königreichs Sardinien war Turin, in der Inselmetropole Cagliari wurde lediglich ein Vizekönig eingesetzt und die Insel streng feudal regiert.
 
Autonomiebestrebungen und politische Partizipation der Sarden wurden im Keim erstickt. Deshalb kam es 1794 zu einer kleinen sardischen Revolution unter der Führung des Richters Giovanni Maria Angioy. Über zwei Jahre lang wurde versucht, auf Sardinien eine Republik zu errichten, in einer Zeit, in der Geist der Aufklärung und der Französischen Revolution 1789 durch Europa wehte.
Die Umbruchzeit auf der Insel sollte aber gerademal zwei Jahre dauern, bis die Piemonteser mit militärischer Gewalt ihren Herrschaftsbereich zurückeroberten.
 
Übrigens gerade rechtzeitig: Wiederum zwei Jahre später mussten die savoyischen Könige Hals über Kopf nach Cagliari flüchten, als napoleonische Truppen durch Piemont und Turin zogen. Das war das erste Mal, das einer der savoyischen Könige Sardiniens überhaupt einen Fuß auf die südliche Hälfte seines Königreichs setzte.
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