Der Fico d'India
Eine Kakteenart mit essbaren Früchten
Charakteristisch für die niederen Gebirgslagen auf Sardinien ist der Feigenkaktus. Fico d’India heißt deshalb auch die Frucht des fleischigen Opuntien-Kaktus, der überall auf der Insel zu finden ist, und von März bis April große gelbe Blüten trägt.

Die stachelige Kaktusfeige wächst und gedeiht selbst dort noch, wo nichts anderes mehr wachsen will: auf sandigen, dörren und unfruchtbaren Böden sowie an Felswänden. 

Die Kaktee verwildert leicht und schafft mit ihren fleischigen dornigen Blättern ein undurchdringliches Dickicht. Deshalb nutzen die Sarden sie gerne als Einzäunung für Garten, Grundstücke und landwirtschaftliche Anwesen. Doch auch als Vor- oder Nachspeise schätzen die Inselbewohner die Früchte ihres Fico d’India sehr, die ab August geerntet werden können.
 
Aber Achtung: Keine Kaktusfeigen mit bloßer Hand pflücken, die Schale ist voller klitzekleiner feiner Stacheln die sofort in die Haut gehen. Wer es trotzdem versucht, ist leichtsinnig und wird sich schmerzhaft daran erinnern. 
 
Sollten die auf dem Markt angebotenen Kaktusfeigen nicht entstachelt sein, einfach Handschuhe anziehen und die Stacheln mit dem Messerrücken abkratzen. Feigen dann noch kurz abwaschen und abtrocknen. Beide Enden abschneiden, Schale längs einschneiden und mit dem Messer abziehen.
 
Frische Kaktusfeigen schmecken hervorragend zu rohem Schinken. Unbedingt probieren: Eis aus Kaktusfeigen!
Tipp:
Die feinen Stacheln der Kaktusfrüchte können beim Pflücken oder Säubern - da sie sehr leicht sind - in die Atemwege gelangen und dort starke Reizungen hervorrufen. Die Sarden stellen sich deshalb beim Ernten nie so, dass der Wind die Stacheln in ihre Richtung treibt.
 
Archiv sardinien.com
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