Hirtenmesser aus Sardinien
Für besonders edle Stücke zahlen Sammler mehrere hundert Euro
Kaum ein Tourist kommt an einem Messer-Shop vorbei, ohne einen Blick hinein zu werfen, denn in den Auslagen gibt es handgearbeitete Klingen jeglicher Couleur zu sehen. 
 
Die bekannten sardischen Schneidegeräte sind ausklappbar. Der Griff besteht aus Mufflon- oder Schafbockhorn, die Klinge aus rostfreiem Stahl. 
 
Viele Messerschmiede geben ihren Messern durch besondere Schnitz- und Gravierarbeiten eine persönliche Note. Der Griff eines fertigen Stückes kann dann schon mal mit einem Adlerkopf enden. Oder auf der Klinge kann ein Vogel eingeritzt sein. Einzelstücke tragen den Namen des Meisters und sind nicht nur auf Sardinien bekannt.
 
Auch wenn sich das Handwerk im Laufe der Zeit modernisiert hat, wird noch heute wie eh und je verfahren: Zuerst wird das Horn dehnbar gemacht und gepresst, später der Griff geschnitzt. Danach entsteht die Klinge. Der Stahl wird gesägt, geschmiedet und gefeilt, anschließend in heißer Kohle und Spezialöl gehärtet. Wenn die Klinge abgekühlt ist, wird das Messer zusammengesetzt.
 
Was man über sardische Messer wissen muss 
 
Das typisch sardische Messer ist ausklappbar. Die Stahlklinge hat die Form eines Myrtenblattes. Der Griff besteht in der Regel aus Mufflon- oder Schafbockhorn. Es wurde vor allem von Hirten benutzt. 
 
Sa Pattadesa aus Pattada ist das sardische Messer par excellence. Bekannt für ihre Messer sind aber auch die Orte Arbus, Guspini, Santu Lussurgiu, Dorgali, Gavoi und Fonni
 
Zum Teil haben sie eigene Bezeichnungen für ihre Messer:
S'Arburesa: Schneidegerät aus der Gegend von Arbus mit dickbauchiger Klinge, wurde vor allem zum Häuten von Tieren benutzt.

Guspinesa: Der Name ist abgeleitet von Guspini. Ursprünglich hatte das Messer eine stumpfe Klinge. Denn vor 1908 durften spitze Klingen nicht länger als vier, stumpfe dagegen bis zu zehn Zentimeter lang sein. Die spitzen Messer haben in der Regel eine dickbäuchigere Klinge.

Sa Lussulzesa: So heißt das Schneidewerkzeug aus Santu Lussurgiu

Lametta: Typisch für Tempio Pausania und Umgebung. Das Messer hat eine stumpfe Klinge und wird für die Bearbeitung von Kork benutzt. 

Sa Leppa: Das traditionell lange Messer mit feststehender Klinge ähnelt einem Säbel und wurde vor allem im 19. Jahrhundert benutzt. Die Klinge ist meist eingelegt und der Griff aus Holz.
Archiv sardinien.com
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