Silvio
Berlusconi, italienischer Ministerpräsident und Herr über mehrere
Fernsehkanäle, sorgt für allerlei skurrile Nachrichten und füllt
damit das traditionelle Sommerloch. Ein Besuch des britischen Premierministers
Tony Blair bei Berlusconi in Porto Rotondo im Nordosten Sardiniens
wurde zum Medienspektakel. Berlusconi begrüßte den Briten vor den
Augen der Presse im Piraten-Look: Mit weitem, aufgeknöpften Hemd
und einem Kopftuch. Gerüchte um eine Haarverpflanzung geisterten
durch die italienische Presse. Wie um den Gerüchten entgegenzuwirken,
zeigte sich Berlusconi am Donnerstag erneut in Porto Rotondo: diesmal
ohne Kopftuch, aber mit kleinen Wunden auf der Kopfhaut. Am Freitag
berichtete ein Schönheitschirug der Tageszeitung Corriere della
Sera, Berlusconi habe bei ihm einer Haarverpflanzung unterzogen.
Der italienische Ministerpräsident bringt Sardinien bereits seit
mehreren Wochen immer wieder in die Schlagzeilen. An den lokalen
Behörden vorbei hat er in einer seiner Villen auf der Insel einen
Bootssteg und ein Amphitheater errichten lassen, entgegen der örtlichen
Bauvorschriften. Diese Woche hat Berlusconi sein neues Theater,
das 400 Gästen Platz bietet, eingeweiht: mit einer eigenen Performance
natürlich. Vor Freunden gab er einige neapolitanische Schlager zum
besten. Doch nicht nur Sachen zum Lachen kommen dieser Tage aus
Porto Rotondo. Der Besuch von Blair wurde von einem Bombenfund überschattet,
der aber rechtzeitig entschärft werden konnte. Die Polizei geht
Hinweisen auf die Attentäter nach. Erste Spuren führen in die Provinz
Nuoro.
August 2004
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