Marina di Gairo
Rote Felsen, einsame Buchten und unvergessliche Marslandschaften
Südlich von Barisardo liegt eine Fels- und Steinlandschaft, in der man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt: Der Marino di Gairo genannte Küstenabschnitt zwischen Perdepera und dem weithin sichtbaren Bergmassiv des Capo Sferracavallo bietet auf nur wenigen Kilometern eine landschaftliche Vielfalt, die ihresgleichen sucht.
Durch eine dichte Fels- und Macchiawildnis führt die enge, aber gut ausgebaute Stichstraße zunächst ganz dicht am Meer vorbei. Zur Hochsaison laden einige, in der Macchia versteckte kleine Bars zum Apertivo ein, ansonsten findet hier man nur hier und da einige einsame Fischer, die ihre Angeln in die Fluten werfen.
Am Weg passiert man die verlassenen Hotelbungalows von Su Sirboni. Die kleinen, schneeweißen Türmchen, die aus dem dichten Macchiawald emporragen, waren nur wenige Jahre in Betrieb – ein Rechtsstreit zwischen den Eigentümern und der Gemeinde Gairo hat die Anlage stillgelegt. Der traumhafte Strand vor der Anlage ist frei zugänglich - allerdings ist dazu ein Fußmarsch durch die Macchia notwenig.
Ab hier schlängelt sich die Straße durch Macchia- und Oleanderbüsche den Berg hinauf: Ein fantastischer Panoramablick zurück auf Su Sirboni, die aus rostrotem Prophyrgestein geformte Landzunge von Capo d'Asta und die Fernsicht auf das Arbatax sind einen Fotostop Wert.
Hier hat man die Qual der Wahl: Direkt zum Kieselstrand von Coccorrocci, oder zunächst noch zu den Badegumpen, den Piscine Naturali di Coccororri vorbei. Der rechte, grob geschotterte Feldweg führt dorthin. Beide Endziele sind auch über einen engen Fahrweg verbunden – dafür ist aber fast schon ein Geländewagen erforderlich, auch Mountainbiker haben auf dieser Strecke ihren Spass.
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Die Bucht von Marina di Coccorrocci ist in seiner Art einmalig auf Sardinien: Ein vier Kilometer langer, Kieselsand aus schwarzem, grauem, roten und schiefer grünem Geröll, an dem selbst zur Saison nur wenige Badegäste sind. Die großen, von Wind und Wellen in Millionen von Jahren rundgelutschten Kiesel erschweren den Einstieg ins Meer, dafür ist der beruhigende Klang der im Rhythmus der Wellen rollenden und reibenden Steinkiesel ein hypnotisierender Sound, den man nicht so schnell wieder vergisst. 
Während am südlichen Ende das ein Ausläufer des Monte Cartuceddu die Bucht mit einer steilen Felsküste begrenzt, befindet sich im Norden von Coccorrocci eine wahrhaft magische Marslandschaft: Rostrote Prophyrfelsen, wundersame Steinskulpturen mit unzähligen Aushöhlungen, angenagt und zerfressen von Salzwasser und Winden. Kleine Fjorde und Buchten, in denen sich dunkles Kieselgestein breitgemacht hat, zeichnen die Küstenlinie aus. Doch die Natur unmittelbar an der Küste ist nicht weniger mystisch: Jahrhundertealte, knorrige Ginsterbüsche krallen sich im roten Gestein fest, vereinzelte Elicrisio-Strohblumen verbreiten einen betörenden, würzigen und ätherischen Duft. Wer sich den engen, verwitterten Weg in die Höhe wagt, wird von einem atemberaubenden Blick zurück auf das Capo d'Asta belohnt. Besonders schön ist es hier in den frühen Morgenstunden: Der Sonnenaufgang an der Nordspitze von Coccorrocci ist ein fast schon spirituelles Erlebnis.
Weiter talaufwärts, weit hinter dem Campingplatz und mehrerer Bauernhöfe, liegen die Badegumpen (Piscine Naturali) von Coccorrocci, die dank der steten Wasserreserven des nahen Monte Ferru das Rinnsal von Su accu e axina auch im Sommer nie versiegen lassen. Der Bach, der in den regenreichen Wintermonaten auch schon mal zum reißenden Fluss werden kann, hat in Jahrmillionen einen Weg in den harten Prophyrstein gemeiselt und an mehreren Stellen kleine Wasserfälle, tiefe Gräben und große Badegumpen ausgehölt. Das ganze wird eingerahmt von hohen Oleanderbäumen und niedrigen Zistrosenbüschen – ein tolles Ausflugsziel auch für Kinder, und nach einem kurzen Bad in den kleinen Tümpeln stehen mehrere Bänke zum Picknick bereit.
 
Timo Lutz
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