Castello Malaspina
Das Schloss von Bosa und die Kirche von Sos Regnos Altos

Über dem mittelalterlichen Städtchen Bosa thront auf dem Berg von Serravalle eines der bekanntesten Schlösser Sardiniens: Die Burg von Malaspina, auch Castello Serravalle genannt. Von seinen wuchtigen Verteidigungsmauern aus hat man große Teile des Temo-Tals und das nahe Meer im Blick.

Als sich die toskanische Adelsfamilie von Malaspina im 12. Jh. in das schwächelnde sardische Herrschergeschlecht von Torres einheiratete, wollten sich die illustren Markgrafen aus Pisa auf Sardinien dauerhaft breitmachen. So errichteten sie 1112 nicht nur bei Osilo in der Nähe von Sassari eine Burg, sondern auch im wirtschaftlich bedeutsamen Bosa - in prominenter Position, 80 Meter über dem Meer und mit bestem Ausblick zur Küste. Das alte Bosa lag weit im Inland, auf der Höhe der romanischen Kirche von San Pietro extra muros. doch den folgenden zwei Jahrhunderten zog das Stadtzentrum von Bosa an den Hang von Serravalle nach.

Die Toskaner mussten mit der Handelsstadt am Temo Wichtiges vorgehabt haben, denn obwohl der Papst im Jahre 1297 Sardinien und Korsika dem katalanischen Haus Aragon zum Lehen gab, bauten sie ihre Festung massiv aus. Aus dieser Zeit stammt der imposante Nordturm im pisanischen Stil, der bis heute der höchste Punkt der Festungsanlage ist und das Temo-Tal dominiert.

Doch ihre Herrschaft in Bosa sollte nicht von langer Dauer sein. Zunächst fiel das Schloss an die Richter von Arborea und als Sardinien 1409 endgültig spanisch wird, machen sich die lokalen Feudalherren im Kastell breit und erbauen auf dem 2000 Quadratmeter großen Burgberg den heute noch weithin sichtbaren Verteidigungswall und eine Kapelle, die zu den Schmuckstücken Bosas gehört. Auf dem Schloss kann man die alten Verteidigungsanlagen umkreisen und auf dem Schlosshof gibt es einige alte Kanonen zu sehen. Allein der tolle Ausblick über Bosa bis zum Meer von Bosa Marina ist die Mühe des Aufstiegs Wert!

 

Die Kirche von Sos Regnos Altos
Der schön renovierte Sakralbau auf dem Schlosshof ist einer der wenigen baulichen Überreste innerhalb der Verteidigungsmauern. In seinem Innern kamen erst bei einer Renovierung 1970 wertvolle Fresken aus dem 14. Jh. ans Licht, die bis heute beeindrucken. Neben den Allegorien von Bibelszenen, Heiligenfiguren und Evangelisten ist ist die seltene Darstellung der Legende der "Drei Lebenden und drei Toten" besonders bemerkenswert. In einer Seitennische befindet sich eine mittelalterliche Statue des Heiligen Andreas, dem das Gotteshaus ursprünglich gewidmet war.

Der Legende nach fand im Jahre 1847 ein kleines Mädchen eine alte Madonnenstatue, die aus den Ruinen des verwahrlosten Schlosses ragte. Die Bosaner sahen die Erscheinung als Zeichen und verehren die Statue seither als Madonna di Sos Regnos Altos, als "Maria der hohen Königreiche". Die Statue befindet sich heute in der im 19. Jh. angebauten Apsis an der Spitze des Hochaltars. Darunter glänzt eine sehr viel neuere, prächtige Marienfigur, die bei einer Madonnen-Prozession alljährlich Mitte September durch die Gassen von Bosa getragen wird.

 

Das Castello di Bosa und die Kirche von Sos Regnos Altos können zusammen besichtigt werden.

Öffnungszeiten: März 10-13 Uhr sowie 1. bis 15. Nov. , April-Juni 10-19 Uhr, Juli/August 10-19.30 Uhr, September 10-18 Uhr, Oktober 10-17 Uhr, im Winter Sa/So 10-13 Uhr. Mehr Informationen

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