Die südliche Inselmitte
Geheimnisvolle Welt der Nuraghen und Kornkammer der Insel
Eine endlos weite Landschaft und baumlose Hügel prägen das Gebiet der Marmilla. Jahrelang wurde der Name fälschlicherweise von mamilla (lat. Busen) abgeleitet. Tatsächlich gibt es in der Gegend zahlreiche Hügel, die an weibliche Formen erinnern. 
 
In Wahrheit ist das Wort jedoch sumerisch-akkadischen Ursprungs: MAR-MIDDA bedeutet soviel wie "der Knecht der göttlichen Waffe" - damit meinten die Nuragher wahrscheinlich eine zweiseitige Axt.
 
Die Bewohner dieser Region leben heute vor allem vom Getreideanbau, vom Weinhandel und von den köstlichen, immer leicht bitteren Oliven. Im Frühjahr leuchten die Hügel in sattem Grün, im Sommer wirkt die Landschaft hingegen eher wie eine Wüste.
 
In den Hügeln der Marmilla befinden sich drei einzigartige Nuraghenfestungen. Der Nuraghe Su Nuraxi bei Barumini (von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt), der erst in den 1980-er Jahren entdeckte Nuraghe Arrubiu bei Orroli und der Nuraghe Su Molinu in Villanovafranca, in dessen Innerem eine bisher einzigartige Entdeckung gemacht wurde: Ein Votivaltar in einer Verteidigungsanlage, außerdem Tausende Terrakotta-Lampen, die vermutlich einem Sommersonnwends-Kult dienten. Die Anlage war seit der Bronzezeit bis hin zur Zeit der römisch-punischen Herrschaft bewohnt. 
 
Ein Besuch in Villanovafranca lohnt sich für Archäologie-Fans auf jeden Fall, denn die Umgebung des 1600 Einwohner-Dorfs birgt weitere 22 archäologische Sehenswürdigkeiten. Im Museo Nuragico des kleinen Ortes werden fast 500 außergewöhnlichen Exponate, die rund um Villanovafranca gefunden wurden, dem Publikum zugänglich gemacht. In den Ausstellungsräumen des ehemaligen Kornlagers Monte Granatico können auch Sehbehinderte und Blinde sie durch Tasten wahrnehmen und bewundern. Ein weiterer Vorteil: Zusätzliche Informationen über die Ausstellungsgegenstände können speziell angebrachten Tafeln entnommen werden.
 
Zwischen den Hügeln der Marmilla finden auch Rennradfahrer ein Eldorado: Die weite Kulturlandschaft mit ihren kaum befahrenen Landstraßen bietet weite flache Abschnitte für Speedgruppen.
 
Im Süden grenzt die Marmilla an das fruchtbare Campidano an. Am schönsten ist dieses Gebiet im Frühling und im Herbst. Dann blüht die Region, die im Westen neben dem Sulcis Iglesiente und im Osten neben dem Sarrabus liegt, in all seiner Pracht und ist vom Regen entweder noch oder wieder grün. 
 
Schon die Römer und Punier wussten das Campidano zu schätzen als sie die Insel bezwangen und ihre Posten hier aufbauten. Hauptsächlich Getreide und vor allem Hartweizen - der grano duro - wurde hier angebaut, denn nur dieser verleiht der Pasta ihre unvergleichliche Bissfestigkeit.
 
Heute werden auf den Feldern allerdings auch Zitrusfrüchte, Mandeln, Oliven und Wein angepflanzt. Der Wein, ein genussvoller Cannonau und das dunkelgrüne Olivenöl aus dem nördlich von Cagliari gelegenen Städtchen Dolianova sind auf der ganzen Insel bekannt.
 
Berühmt ist im Campidano auch das Städtchen San Sperate. Hier entstanden nämlich auf Anregung des Bildhauers Pinuccio Sciola 1968 die ersten Murales - kuriose Wandmalereien. 
 
Die kunterbunten Wandbilder drückten in den 1960-er und 1970er- Jahren den Protest gegen die politische Entwicklung auf Sardinien aus. Von hier aus griff die Bewegung dann auf Serramanna, Villamar, Bitti, Orgosolo und andere Dörfer über. 
 
Seit einigen Jahren machen sich die betroffenen Gemeinden wieder für die Restaurierung der vielen, mittlerweile verblassten oder durch Witterungsverhältnisse zerstörten spontanen Kunstwerke stark. 
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Andrea Behrmann
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