Die sardische Macchia
Diese Kulturlandschaft ist das Ergebnis vergangener Umweltsünden
Jedes Jahr im Herbst beginnt die zweite Macchia-Blüte. Während in Nordeuropa die Blätter von den Bäumen fallen, erwachen die Buschlandschaften Südeuropas aus ihrer Sommerpause - so auch die Macchia-Wälder Sardiniens.
 
Die oft undurchdringliche Strauch-Vegetation aus Myrte, Erdbeerbäumen, Zistrosen, Mastixsträuchern, Oleander, Thymian, Rosmarin, Ginster und Schwarzdorn blühen nicht nur im Frühling, sondern auch im Herbst.
 
Tausende Büsche in den unterschiedlichsten Farben und Formen gedeihen in den Küsten- und Bergregionen Sardiniens. Was heute Urlauber wie Einheimische fasziniert, nämlich die vielfältigen Düfte, Gerüche und Farben der zahllosen Pflanzenarten, ist aber das Ergebnis historischer Umweltsünden.
 
Nicht nur die Römer nutzten die riesigen Waldbestände Sardiniens wie auch die des heutigen Jugoslawiens als Rohstoffquelle, sondern auch in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden mehr als eine Million Hektar sardischer Wälder gerodet und überwiegend zu Schwellen für die italienische Eisenbahn oder zu Holzkohle verarbeitet.
 
In den tiefer liegenden Regionen Sardiniens, vor allem an der Küste, wuchs auf den gerodeten Flächen die Macchia nach. Aber auch viele karge Landstriche Sardiniens sind das Ergebnis dieser Eingriffe durch Menschenhand. Die Nutzung der Macchia-Landschaften als Viehweide für Ziegen und Schafe sorgt heute dafür, dass die Buschlandschaften nur selten wieder zu Wäldern heranwachsen.
Timo Lutz
Mandelblüten auf Sardinien
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