Wein und Reben aus Sardinien
Die Insel war bisher als Weinerzeuger nur wenig bekannt
Bis in die 1970-er Jahre diente der sardische Wein meist zum Verschneiden. In anonymen Behältern wurde er aufs Festland und ins Ausland verkauft, um Alkoholgehalt, Farbe und Aroma blasser Weine aufzupolieren. 
 
Heute zeichnet sich die Insel durch eine breite Palette von unterschiedlichen Weinen aus, von den viele unter der Ursprungsbezeichnung D.O.C. (Denominazione di Origine Controllata) und dem Gütesiegel D.O.C.G (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) vermarktet werden. 
 
Auf etwa 43.000 ha Rebfläche bringen die von Sonne und Wind verwöhnten sardischen Rebsorten Jahr für Jahr volle und samtige aber auch leichte und junge Weine hervor. 
 
Zu den am meisten geschätzten Weinen der Insel gehören der rote Cannonau (alkoholstark und kräftig) und der weiße Vermentino (leicht und frisch). 
 
Die am meisten verbreiteten roten Reben sind außerdem noch Girò (süß) und Monica (trocken und leichter); bei den weißen dominieren neben Vermentino auch Torbato (trocken) und Nuragus (lieblich und leicht prickelnd). Interessant sind auch die Dessertweine Moscato und Malvasia, sowie der Vernaccia di Oristano, ein Sherry-ähnlicher Wein.
Weinanbau hat auf Sardinien Tradition
 
Bisher ließ sich die Geschichte des Weinanbaus auf der Insel bis ins Jahr 700 v. Chr. zurückverfolgen, wo zunächst die Phönizier, später die Karthager schon bestehende Weinberge pflegten. Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert führten die Spanier neue Rebstöcke ein und pflegten den Weinbau auf Feldern inmitten alter Wälder oder zwischen riesigen Granitfelsen, nicht weit vom azurblauen Meer entfernt. Überliefert ist, dass es sich dabei um die Reben Cannonau, Monica und Girò handelte. 
 
Die Cannonau-Rebe gehört zu den ältesten Reben des Mittelmeerraums. Aus ihr wird der ausgezeichnete Cannonau-Wein gekeltert: Ein körperreicher, samtiger Rotwein mit ausgeglichenem Alkohol- und Tanningehalt, dessen vollmundiger Geschmack heute weit über die Region Sardinien bekannt ist. 
 
Eine italienisch-holländische Forschergruppe will belegen, dass es sich beim Cannonau angeblich doch nicht, wie bisher angenommen, um eine von den Spaniern eingeführte Rebe handelt, sondern vielmehr um einen heimischen Weinstock. Ihre Studien sollen zeigen, dass schon die Ureinwohner Sardiniens, die Nuragher, dem Cannonau-Anbau frönten. Die Gruppe untermauert ihre Theorie mit Funden bei archäologischen Ausgrabungen im Gebiet von Borore und dem Campidano: Neben Vasen und Urnen nuraghischen Ursprungs wurden hier Hunderte antike Traubenkerne gefunden. Bleibt nur noch die Sorte und Herkunft dieser Rebe über eine DNA-Analyse zu bestimmen. Sollten die gefundenen Kerne wirklich zur Cannonautraube gehören, dann würde das erste verbürgte Zeugnis über den Weinanbau auf Sardinien aus dem Jahr 1200 v. Chr. stammen.
 
 
Andrea Behrmann
In der fruchtbaren Ebene bauten schon Phönizier und Römer Wein und Weizen an
Anbaugebiete der Inselweine
Hier wachsen Sardiniens Reben
Weinverkostung und Kellereibesichtigung gibt es bei Sella e Mosca bei Alghero
Weinverkauf
Vom Flaschenwein bis zum Vino Sfuso
Olivenbäume Castello di Acquafredda Siliqua
Oliven und Olivenöl aus Sardinien
Der Ölbaum gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit
Olivenhain Olivenernte Siliqua
Anbauregionen der Olivenbäume
Hier liegen die Haine, in denen der Olivenbaum abgeerntet wird
Mandelblüten auf Sardinien
Mandelblüten auf Sardinien
Schmücken die Insel im Winter
Asparagus Acutifolius
Alle Jahre wieder beginnt im Februar die Spargelzeit
Frühling auf Sardinien
Frühlingsheidekraut und Wolfsmilch bereiten Frühlingsgefühle auf der Insel
Der Fico d'India
Eine Kakteenart mit essbaren Früchten