Mit dem Auto unterwegs
Informationen und Tipps für einen Roadtrip durch Sardinien 
Die Staatsstraße 131 Carlo Felice (S.S. 131) verbindet den Norden mit dem Süden der Insel. Auf der autobahnähnlichen, mautfreien Schnellstraße gelangt man in etwa dreieinhalb Stunden von Cagliari nach Porto Torres. Die Abzweigung Abbasanta verbindet die Carlo Felice mit der Staatsstraße S.S. 131 d.c.n. nach Nuoro und Olbia.  
 
Einen Eindruck von den bizarren Küsten, den schlummernden Olivenhainen, den imposanten Granitfelsen und den mystischen Orten des Inlandes bekommt man hingegen auf den Küstenstraßen und den kurvenreichen Pfaden in den Gebirgsregionen. Sie bieten herrliche Panoramen, kosten aber erheblich mehr Zeit. 
 
Auch der Fahrstil der Einwohner ist ein Erlebnis: In den Städten lieben sie es gemächlich und kriechen wie die Schnecken von Ampel zu Ampel; außerhalb geschlossener Ortschaften fahren viele Sarden häufig schneller als erlaubt, überholen besonders gern in scharfen Kurven und flitzen scharf an Personengrüppchen vorbei, denen in Ermangelung von Bürgersteigen oder Fußwegen meist nur der Sprung ins Gebüsch bleibt.
 
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt in Ortschaften 50 km/h, ansonsten 90 km/h. Auf der Carlo Felice darf im Abschnitt zwischen Sanluri und Bauladu 110 km/h gefahren werden. Auch tagsüber müssen PKWs, Motorräder und Mofas außerhalb von Ortschaften mit Abblendlicht fahren. Handynutzung ohne Freisprechanlage bzw. ohne Kopfhörer ist verboten, die Promillegrenze liegt bei 0,5, außerdem ist das Mitführen einer leuchtenden Warnweste für Fahrer und Beifahrer Pflicht. Die Weste in roter, orangener oder gelber Farbe und mit reflektierenden Streifen kann in vielen Supermärkten erworben werden. Wer keine Weste mit sich führt, kann mit einem Bußgeld belangt werden; das gilt auch für Ausländer und Autos mit ausländischer Zulassung! Ganz wichtig: Es reicht nicht, die Sicherheitsweste im Kofferraum mitzuführen, sie muss für den Fahrer erreichbar sein ohne dass er das Auto verlassen muss! Darum am besten im Handschuhfach aufbewahren.
 
Autourlauber sollten sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeits-begrenzung halten, denn Polizeikontrollen sind vor allem auf den Schnellstraßen, in den Gebirgsregionen und der Provinz Nuoro an der Tagesordnung. Bekommt man doch mal ein Knöllchen, sollte man das Bußgeld innerhalb der ersten Frist bezahlen, ansonsten wird es teurer, und den Beleg zwei Jahre aufbewahren. Parkvergehen können übrigens auch in EU-Ländern vollstreckt werden, in diesem Fall muss man damit rechnen, dass ein Bußgeldbescheid nach Hause kommt. Zudem hat die italienische Straßenverkehrsordnung ein Führerschein-Punktesystem mit einem anfänglichen Konto von 20 Punkten eingeführt. Je nach Schwere des Verstoßes werden 1 bis 10 Punkte abgezogen. Der Verlust von 20 Punkten wird mit einem Fahrverbot in Italien geahndet. Dieses Punktesystem gilt allerdings nur auf der Apenninhalbinsel. Weder im zentralen Fahrerlaubnisregister in Flensburg, noch im zentralen, österreichischen Führerscheinregister werden Punkte erhoben bzw. erfolgt eine Vormerkung; auch im schweizer Kaskadensystem tritt keine höhere Einstufung ein.  
 
Bei einer Straßenverkehrskontrolle werden Führerschein und Fahrzeugschein überprüft. Es ist empfehlenswert die grüne Versicherungskarte und eventuell ein Auslandsschutzbrief mitzuführen.
Wichtige Telefonnummern
 
Pannen- und Abschleppdienst ACI - Telefon: 803.116 (Freephone-Telefonnummer). Autourlauber mit einem Mobiltelefon mit ausländischem Anbieter können das ACI unter folgender Freephone-Telefonnummer erreichen: 800.116.800.   
 
Internationale Notrufnummer: Unter der gebührenfreien Euronotrufnummer 112 sind Polizei, Feuerwehr und Notarzt von allen Festnetz- und Mobiltelefonen erreichbar.  
  
Notrufnummern für Italien: Polizei 113 - Unfallrettungsdienst 118 - Feuerwehr 115
 
Routenplaner im Webwww.viamichelin.de
 
 
 
Andrea Behrmann
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