Torrone aus Tonara
Nugat aus Honig und Eiweiß mit Nüssen oder Mandeln
Antonietta Marotto und ihr Mann Natalino Costantino Pedde bilden ein erfolgreiches Duo: Antonietta kümmert sich um die Zubereitung des Torrone, Natalino bietet das einheimische Nugat auf Patronats- und Frühlingsfesten zum Verkauf an.

Wenn Antonietta in Ruhe schalten und walten möchte, dann zieht sie sich in Tonara in ihre Werkstatt zurück. Alle paar Monate ist in der Via Roma Torrone-Backtag. Früh am Morgen, etwa gegen 7:00 Uhr werden die von unten befeuerten Kupferkessel mit Rührwerk angeheizt. Der helle sardische Honig wird mit dem zu Schnee geschlagenen Eiweiß vorbereitet. Anders als früher entfällt für Antonietta damit heute die sehr mühselige Handarbeit.
 
Bis in die 1960-er Jahre wurden die Zutaten in mehrstündiger Schwerstarbeit nach alter Sitte zu Hause mit der Hand gerührt. Treffpunkt war die Küche in der immer zwei bis drei Frauen die bis zu 15 Kilo schwere Honigmasse abwechselnd mit einem riesigen Holzlöffel gut vermischten, um später noch mal die gleiche Menge an Nüssen oder Mandeln unterzuheben. Zusammenhalt schuf trotz des großen und belastenden Arbeitsaufwandes der gemeinsame Spaß, erinnert sich Antonietta.

Die helle Mischung aus weiß und gelb, knusprig und klebrig wird bei Antonietta auch heute noch nach alter Vätersitte gebacken. Natalino entstammt nämlich einer echten Torronai-Familie – und keine der Familien verrät das Torrone-Geheimnis. Dabei geht es weniger um die Zutaten, die allgemein bekannt sind, als um die unterschiedlichen Nuss- bzw. Mandel- und Honigsorten, um die Mengen und das Verhältnis in dem sie zueinander stehen.
 
Antonietta und Natalino führen die Qualität ihres Torrone auf den speziellen Honig und ganz besondere Nüsse zurück. Die Nugatmasse wird immer gleich bereitet, nur dass mit Hilfe des Rührwerks nun bis zu 55 Kilo Torrone zubereitet werden können. Natalino hilft ihr deshalb später auch beim Einlegen der schweren Nugatmasse in die Schachteln. Während Antonietta den Torrone noch mit Mandeln dekoriert, sinnt Natalino schon über das nächste bevorstehende Fest, und ob die Arbeit seiner Frau dann wohl durch viel Käufer belohnt wird.
 
Seit seinem zwölften Lebensjahr zieht er schon durch die Insel, von Fest zu Fest, um Nugat zu verkaufen, denn Torrone macht man nur in Tonara! Früher hat er seinen Vater auf dem Pferdekarren bis nach Porto Torres begleitet, heute fährt er mit seinem Fiat Daily nur noch den Raum Nuoro ab. Freudig hätten die Dorfbewohner damals auf das Kommen der Torronai reagiert, erinnert sich Natalino: „Wir wurden sehnsüchtig erwartet“. Heute bleibt eigentlich nur Natalinos Sehnsucht nach der schönen alten Zeit.
Mehr Informationen: Torronificio Marotto - Via Roma 6 - 08039 Tonara - E-Mail torronificiomarotto@tiscali.it - www.torronificiomarotto.com.
 
 
Andrea Behrmann
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