Coppa delle Dame
Oldtimer-Rallye mit Limousinen, schöne Frauen und viel Action
Jedes Jahr Ende März erkundeten mehrere Teams mit ihren polierten Oldtimer-Limousinen aus den Jahren 1929 bis 1980 die frühlingshafte Inselhauptstadt Cagliari. 

Der Motor rasselt, die Ventile klappern, Cinzia Bruschetti sitzt offen im Wind. Zwei Sitze, vier Räder und ein bisschen Verkleidung, mehr hat er nicht, ihr knallroter, wendiger Kabrio Fiat 508 Balilla Sport. „Überrollbügel, Sicherheitsgurte, Airbag und was sonst noch alles für die Sicherheit sorgen soll, gab es 1935 nicht“, scherzt sie, „die offenen 2-Sitzer-Sportwagen glichen eher rollenden Motoren mit Auspuff, aufgeschraubten Sitzen und Pedalen für Kinderfüße.“

Ihr Mann, Antonio Saba, darf sich heute als Co-Pilot bewähren und quetscht sich auf den Beifahrersitz. „Selbst wenn man nicht weiß, wo man seine Beine lassen soll und einem bei dem Lärm die Ohren wegfliegen, so geht von diesem schnurrenden Flitzer doch ein unnachahmliches Flair und Fahrgefühl aus“, beteuert er. 

Viel bequemer hat es da Cinzias Mutter. Sie sitzt mit ihrem Mann in einem Fiat 508 Viotti. Die komfortable Limousine aus dem Jahr 1933 ist mit seiner eckigen Karosserie, den freistehenden Kotflügeln und dem senkrecht im Wind stehenden Kühlergrill ein Vertreter der klassischen Fiat 508 Formen.
 
Null winddicht ist hingegen der offene 4-türige Fiat 520 Torpedo aus dem Jahr 1929. Das Modell gehörte zu den luxuriösesten Fahrzeuge der Vorkriegsjahre und diente schon dem italienischen Diktator Mussolini zu Repräsentationszwecken. Heute fährt ihn Cinzias Onkel, da es im selben Rennen auch eine getrennte Wertung für Herren gibt. 

Angespornt hat ihn sein Bruder, Cinzias Vater Natale, ein leidenschaftlicher Sammler mit Benzin im Blut. Der 79-Jährige ist Unternehmer, hat aber Mitte der 1960-er Jahre Kfz-Mechaniker gelernt. Seitdem sammelt er alte Autos und restauriert die zum Teil zerfallenen Karossen vollständig. Ob Alfa Romeo, Fiat, Maserati, Renault oder Chrysler - die Garage des ehemaligen Automonteurs ist ein kleines Automobilmuseum.
 
Etwas ganz Besonderes ist da auch der Chrysler Spider Six aus dem Jahr 1931. „Von diesem Modell existieren lediglich noch drei Exemplare auf der Welt“, schwärmt Natale stolz.

Insgesamt 16,2 Kilometer, sieben Prüfungen sowie vier Zeitmessungen müssen die Pilotinnen und Piloten der gut erhaltenen, flotten Kisten von Anno dazumal bewältigen, denn bei dem Coppa delle Dame kommt es auf Geschicklichkeit, Navigationsvermögen und Regeltreue beim Tempo an. 

Gegen 10.45 Uhr startet das Rennen durch schwenken der Italien Flagge und die Rallye-Fahrerinnen und Fahrer schwärmen von der zentralen Via Roma im 1-Minuten-Takt in verschiedene Richtungen aus. Über die Via Cocco Ortu, die Viale Sant'Avendrace, den Largo Carlo Felice, den Piazza Yenne und die Via La Playa geht es in drei Runden quer durch die Stadt.
 
"Dabei geht es weder um Bestzeiten, noch darum als Erster im Ziel zu sein", erklärt Nello Alfano, Präsident des sardischen Oldtimer-Clubs Circolo Sardo Automoto d’Epoca S.C.Q.. "Die Schwierigkeit besteht vielmehr darin, den richtigen Weg zu finden, zur richtigen Zeit an versteckten Durchfahrtskontrollen vorbeizufahren, sich zu vorgegebenen Uhrzeiten einen Kassenbon ausstellen zu lassen und konstant ein bestimmtes Tempo zu halten", beteuert er.
 
Dazu gehörte an einem normalen Samstagmorgen auch jede Menge Glück im chaotischen Straßenverkehr der Inselhauptstadt

Zudem ist Präzision in der Zusammenarbeit zwischen Pilotin und dem sekundenzählenden Co-Piloten gefragt - eine Herausforderung, die nicht jedes Team zum ersehnten Sieg führte. 

Nach Abschluss des Rennens feiern die Fahrerinnen und Fahrer den Sieger und seinen schnittigen Wagen bei einem gemeinsam Festessen in Capoterra und lassen die Oldtimer Rallye nach der Prämierung entspannt ausklingen.

Mehr Informationen: Circolo Sardo Auto Moto d'Epoca S.C.Q. - Piazza Is Maglias 8 - 09122 - Cagliari- Telefon: +39  070 288638 - www.automotodepocascq.it
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