Krieg und Frieden im La Maddalena-Archipel
La Maddalena zwischen Krieg und Frieden, strategischer Position, G8 und Louis Vouitton
Bei einem Blick auf die Landkarte des westlichen Mittelmeers wird einem schnell die strategische Bedeutung klar, die die Meerenge von Bonifacio zwischen Korsika und Sardinien für Waren- und Handelsströme hatte.
Bereits in der Bronzezeit war die Insel von Santo Stefano besiedelt und die Römer nutzen La Maddalena als Militärstützpunkt. Piraten und Barbaren ließen sich auf einigen Maddalena-Inseln nieder. Im Mittelalter fristeten korsische Schäfer ihr Dasein auf La Maddalena. 1767 beschloss der König von Piemont-Sardinien, hier eine Marinebasis der königlich-sardischen Marine zu errichten. Von da an waren die Trauminseln des Archipels immer wieder in Kriegshandlungen verwickelt: Napoleon Bonaparte, seinerzeit Militärkolonell der französischen Armee, versuchte die Inseln 1793 zu erobern und der englische Admiral Lord Nelson hielt sich von 1803 bis 1805 im Archipel auf, um von hier aus die französichen Mittelmeerflotten zu kontrollieren. Im zweiten Weltkrieg wurden die Inseln von deutschen Truppen besetzt. 
Aus den Zeiten der Kriegshandlungen stammen zahlreiche Forts und Militäranlagen auf fast allen Maddalena-Inseln: ob die Bastionen Guardia Vecchia auf Maddalena, die Kasematten von San Giorgio auf Santo Stefano oder die zahlreiche Schießscharten und Flugabwehrgeschütze auf den kleinen Maddalena-Inseln: Überall in den verwinkelten Granitblöcken und Tafoni-Felsen verstecken sich Militäranlagen der letzten drei Jahrhunderte.

Mitten im kalten Krieg stationierte die amerikanische Armee eine wichtige Abteilung ihrer Mittelmeerflotte sowie Atom-U-Boote auf der Insel Santo Stefano. Die Amerikaner haben La Maddalena 2008 endgültig verlassen. Einerseits atmeten Sarden und Urlauber damals auf, den angesichts der Schönheit des Archipels ist die Präsenz großer Marineschiffe im La Maddalena-Archipel mehr als unpassend. Auf der anderen Seite waren die fast 2.000 in Nordsardinien stationierten US-Soldaten eine wichtige Einkommensquelle für La Maddalena und ihre Anwesenheit verlieh dem kleinen Hafenstädtchen zu jeder Jahreszeit einen internationalen Flair.

Aus den verlassenen Militäranlagen wollte man einen Touristikhafen und eine Werft für Luxusjachten machen und im Juli 2009 sollte auf La Maddalena sogar der G8-Gipfel, das Spitzentreffen der Vereinigung der sieben führenden Industrienationen und Russlands, stattfinden. Der wurde damals aber kurzfristig nach L'Aquila verschoben. Letztes Großereignis auf La Maddalena war die Louis Vuitton Trophy 2010. Seither liegen die Anlagen brach.
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Timo Lutz
La Maddalena Archipel
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