Der Temo
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Ruhig gleitet die Galleggerò sempre e comunque über den Fluss, viel Zeit zum Schauen, Schnuppern und Schwärmen. Kein Wunder, dass die fünfundzwanzig Sitzplätze an Deck fast alle besetzt sind. Zwölf Meter misst die Galleggerò vom Bug zum Heck, ein kleines Holzschiff für Mini-Flusskreuzfahrten auf dem Temo.
 
Der einzig schiffbare Strom Sardiniens ist eine touristische Attraktion! Er kommt aus dem im Nordwesten gelegenen Badde Jana, streift Monteleone Roccadoria, berührt die fruchtbaren Täler der Planargia und wandert schließlich von Osten nach Westen über Bosa und Bosa Marina zur Mündung ins Mar di Sardegna.
 
Eine Reise auf dem Fluss, ist immer auch eine Entdeckung: Römer, Könige, reiche Bürger und mittelalterliche Handelsherren haben am Flusslauf ihre Spuren hinterlassen.

Die Flussreise mit der Galleggerò sempre e comunque beginnt an der Temomündung in Bosa Marina und führt nur etwa sechs Kilometer landeinwärts durch das 8700 Einwohner zählende Temo-Städtchen Bosa, vorbei an den schmucken Fassaden der alten Häuser, dem Schloss, den Kirchen, Gerbereien, den kleinen Landungsstegs und den davor liegenden bunten Lateinersegeln. 

Das Städtchen lockt mit einer Fülle bedeutender Bauten und strahlt auch heute noch diese ganz eigentümliche Lebendigkeit aus, die ihm Handel und Schifffahrt bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts gegeben haben. Die erhaltene Gerbereiarchitektur erinnert an diese Jahre. Inmitten hohem Schilfgewächs und Palmen versteckt sich, kurz vor Ende der Flussreise, eine romanische Kirche aus dem Jahr 1060 n. Chr.: die Kirche St. Petrus (San Pietro extra muros). Hier ist auch ein Landausflug mit Kirchenbesichtigung möglich – geführt von einer kundigen italienisch und englisch sprechenden Fremdenführerin.
 
Nur wenige Meter weiter wendet Reeder Gianpiero Lai sein Boot, die Flussfahrt geht hier nicht weiter. Sein Kompagnon Salvatore Lugas erklärt uns, dass hier vor Jahren eine römische Brücke versunken ist, deren Pfeiler großen Booten die Weiterfahrt versperren. Doch auch kleinere Boote kommen nicht unbedingt sehr viel weiter, denn als Wirtschaftswasserweg wurden seit je her nur die ersten zehn Kilometer stromaufwärts genutzt.

Die Galleggerò sempre e comunque bietet zur Saison zwischen 19 und 20 Uhr neben der täglichen 1-stündigen-Tour von Bosa Marina bis zum Ponte Vecchio auf Anfrage auch die 2-stündige-Tour mit Kirchenbesichtigung - und sogar Nachtfahrten an, bei denen die schöne Landschaft und das Temo-Städtchen im silbrigen Licht des Mondes an einem vorüberziehen.  Die eintündige Bosa-Tour ist schon für 8 Euro zu haben, für Gruppen ab 6 Personen können auch individuelle Abfahrtszeiten vereinbart werden. Mehr Informationen: Escursioni Malesh, +39 328.4915501 - Web 
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Andrea Behrmann
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