Villacidro
Von Wasserfällen, Kirschbäumen und Literaten
Wer die Abwechslung sucht und das ganz Besondere: Villacidro bietet vielfältige Möglichkeiten, Kultur und Natur zu genießen. Die knapp 15.000 Einwohner zählende Stadt trohnt in 267 Metern Höhe in der Landschaft des Monte Linas.
 
Sie ist die Heimat des Schriftstellers Giuseppe Dessì, der sowohl Romanschriftsteller als auch Dramaturg und Essayist war. Nach ihm ist der nationale Literaturpreis Premio Letterario Nazionale Giuseppe Dessì benannt. Er wird seit 1986 jedes Jahr für besondere literarische Leistungen verliehen.
 
Nicht weit von seinem Wohnhaus entfernt, erinnert die Casa Todde an einen weiteren berühmten Einwohner: Giuseppe Todde, seinerzeit Wirtschafter und Dozent. In seinem Haus verweilte 1882 der junge italienische Schriftsteller Gabriele D’Annunzio und verfasste die berühmten Verse über den nahen Wasserfall Sa Spendula.
 
An die Vergangenheit erinnern auch ein altes Waschhaus, das um das Jahr 1893 zum Wohle der Allgemeinheit im Jugendstil errichtet wurde sowie ein kleines Apothekermuseum Sa Potecarìa mit antikem Mobiliar und zahlreichen Gefäßen, das der Stadt vom Apotheker Ignazio Fanni überlassen wurde.
 
Sehenswert ist außerdem das Rathaus, das ursprünglich ein Kloster des Ordens der Barmherzigen Brüder aus dem Jahre 1650 war. Im Jahre 1862 wurde das Kloster nach seiner Enteignung durch eine königliche Verordnung zum Rathaus und Schulgebäude umgebaut. Zu den weiteren Kulturdenkmälern gehören die Pfarrkirche Santa Barbara im gotisch-katalanischen Stil aus dem 15. Jahrhundert, die Kirche Anime Purganti aus dem 17. Jahrhundert und das barocke Oratorium SS. Vergine del Rosario sowie ein kleines Archäologisches Museum und ein Museum für Sakralkunst. 
 
Von Villacidro aus geht es in die atemberaubende grüne Gebirgslandschaft des Monte Linas: Zwischen rosafarbenen Granitfelsen blüht eine dichte Vegetation aus duftendem Thymian, Rosmarin, Lavendel und Currykraut (Helichrysum italicum). Schluchten, Täler und Wildbäche liegen an der Strecke zum größten Wasserfall Sardiniens, dem Muru Mannu. Er stürzt süd-östlich von Villacidro aus 72 Metern über gleitende Abschnitte in die Tiefe. Gleich nebenan lockt der Cascata Linas mit einem Gefälle von 60 Grad.
 
Die berühmteste Kaskade Sardiniens fällt jedoch im Nordwesten der Ortschaft beim Monte Margiani: Sa Spendula. Inmitten eines grünen Steineichenwaldes geht ein Abschnitt des Rio Coxinas hier über Absätze in den freien Fall über. Die landschaftliche Pracht bezauberte den jungen italienischen Schriftsteller Gabriele D’Annunzio schon 1882 so stark, dass er seine berühmten Zeilen über den Wasserfall verfasste. 

Ein abschließender Höhepunkt sind die Wälder Montimannu und Punta Camedda. Mit etwas Glück kann man hier neben exotischen und seltenen Pflanzen, Mufflons, Hirsche, Füchse und Wildkatzen beobachten. Und den Flug des majestätischen Kaiseradlers, der in den Granitfelsvorsprüngen nistet. 
 
Das Städtchen in der Provinz Medio Campidano lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft. Villacidro produziert neben Zitrusfrüchten und Oliven große Mengen an Süßkirschen sowie Pfirsichen und ist Hersteller des gelbfarbigen Villacidro Murgia - ein 40 prozentiger süßer Kräuterbranntwein aus Safran und zwanzig verschiedenen Beeren, Kräutern und Wurzeln. 
 
Mehr Informationen: Comune di Villacidro - Piazza Municipio 1 - 09039 Villacidro - www.comune.villacidro.vs.it
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Andrea Behrmann
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