Capo Teulada
Kriegsspiele im Paradies
Riesige Dünen aus feinstem Sand und schattenspendender Wacholder säumen den Strand am türkisblauen Meer. Schade nur, dass der südlichste Punkt Sardiniens militärisches Sperrgebiet ist.

Auf dem 7200 Hektar großen Gebiet und an seiner mehreren Kilometer langen Küste finden jedes Jahr von September bis Juni Manöver im großen Stil statt: allein im Jahr 2015 waren beim Nato-Manöver Trident Juncture Hunderte Soldaten an der Südküste Sardiniens zu Gange. An den Stränden des Kaps sollte beim symbolischen Kampf um Terroristenstützpunkte bewiesen werden, dass die Nato für den Ernstfall gerüstet ist. 
 
Für Urlauber bietet sich in diesen Zeiten ein gespaltenes Bild: auf der Panoramastraße von Capo Sparivento bis Porto Teulada kreuzen immer wieder Versorgungsschiffe, Flugzeugträger und Schnellboote durch das türkisblaue Meer. Hinter dem Kap von Malfatano hat man beste Sicht auf Helikopter, die Scheinangriffe auf die vor dem Kap liegenden Marinekreuzer fliegen.

Von dem sonst durch sein Flachwasser besonders kinderfreundlichen Strand von Porto Pino hat man beste Sicht auf den wunderschönen, aber in diesen Monaten unerreichbaren Sabbie Bianche Strand - und auf die Rauchschwaden der Schießübungsplätze. Maschinengewehrsalven donnern herüber an den beliebten Badestrand.
 
Ein solches Bild bietet das Kap jedoch vorwiegend in der Zeit von Mitte Mai bis Anfang Juni. Ansonsten erinnert vor allem der kilometerlange Stacheldrahtzaun, der entlang der Landstraße das Gebiet eingrenzt daran, dass hier einer der größten Nato-Truppenübungsplätze Europas liegt. Seit das gesamte Kap vom italienischen Staat 1956 zum militärischen Sperrgebiet erklärt wurde, ist es für die meiste Zeit des Jahres für Zivilisten tabu.
 
In den Sommermonaten erlaubt die Militärverwaltung zumindest einigen Ausflugsbooten, Touristen an den Stränden abzuliefern. Während des Manövers jedoch ist selbst das Meer großräumiges Sperrgebiet: Im Gebiet bis 30 Kilometer vor der Küste dürfen keine Fischer- und Privatboote verkehren, die Häfen der Region werden von Militärs kontrolliert. 
 
Die Fischer erhalten für ihre Fangausfälle Ausgleichszahlungen vom Staat. Das hat einige Fischer dazu animiert, selbst für kleine Ruderboote Ausfallzahlungen einzufordern und als vermeintliche Schiffscrew sogar Herzkranke und Behinderte anzumelden - bis die Behörden hinter die Betrugsversuche kamen. 
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Andrea Behrmann
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